Hallo...

Ich lebe und arbeite in der Mark Brandenburg, am westlichen Rand des Havellands, in einem kleinen Dorf namens Großwudicke. Hier bin ich aufgewachsen und nach einiger Zeit in Berlin und Potsdam (Studium, Kunst und Geschichte auf Lehramt), arbeite ich nun mit etwas Abstand zur Metropole in der Peripherie zur Großstadt. Es ist für mich der ideale Ort, um kreativ zu sein. Hier entstehen die Bilder, die sowohl von der Landschaft und Ruhe des Havellands erzählen, aber vorrangig auch urban und quirlig sind.

Oft werde ich gefragt, warum ich ausgerechnet Berlin immer wieder in den Bildmittelpunkt setze? Als die Mauer fiel, war ich zehn Jahre alt und danach begann eine Zeit der rasanten Veränderung. Ein gesellschaftlicher Prozess, der noch immer von der Wende geprägt ist, aber ebenso spannend und inspirierend auf mich wirkt. Als ich mein Abitur in der Tasche hatte, war Berlin wieder Regierungssitz und das Millennium rückte immer näher. Nirgends ist die Idee der Neuerfindung zusammen mit dem Bewusstsein, ein Glückskind zu sein näher, als im Dunstkreis dieser Metropole. Offensichtliche Probleme und strahlende "Leuchttürme", harte Realität aber auch naive Träume treffen gleichermaßen auf Selbstverwirklichung und bilden ein großes Kreativitätslabor und Experimentierfeld.

Die Malerei ist das, was mich antreibt, denn sie ist energetisch und nie aus der Mode. Und somit reizt mich auch immer das Neue und Kontrastreiche. Die lebendige Großstadt funktioniert nur, weil es auch die ländliche Idylle drum herum gibt. Und Horizonte können durch Kulturräume erweitert werden. Es sind die inhaltlichen und existenziellen Brüche, die zwanglos den Rhythmus vorgeben. Ich beobachte und kreiere, mit dem Anspruch authentisch und glaubhaft zu bleiben. Ja, ich bin Künstler, denn ich habe das Privileg den Traum zu leben.

 

Es wäre zu einfach zu behaupten, dass ich "nur" Motive 1:1 abbilde. Meine Kunst ist eher die Suche und Wiedergabe des Besonderem im Alltag. Was auf den ersten Blick belanglos erscheinen mag, kann dennoch einen in den Bann ziehen. Wer mit offenen Augen seine Umwelt wahrnimmt, will diese auch gestalten.

Man glaubt vieles zu kennen und wechselt man die Perspektive, ändert sich in diesem Moment plötzlich alles. Was vorher vertraut und gewöhnlich erschien, kann nun reizvoll und neu auf einen wirken. Es ist die Suche, die sowohl spielerisch ist, aber auch Disziplin verlangt. Denn meine Kunst ist nicht zufällig, sie erfordert Gewissenhaftigkeit und Fleiß. Meine Motive hingegen finde ich buchstäblich im Vorbeigehen. Ich nutze hierfür die Fotografie, um "Momentskizzen" zu erstellen. Dies ermöglicht sowohl einen flüchtigen aber auch gezielten Blick aufs Geschehen. Die Kamera fängt Situationen ein, die dem menschlichen Auge zum Teil verborgen bleiben. Dabei wird sowohl das Schöne, aber auch das weniger Spektakuläre eingefangen. Diese Eindrücke dann malerisch zu interpretieren, sind meine Intention.

Ich bewege mich zwischen Sehnsuchtsorten, Kulissen und Wohlfühlplätzen. Ich zeige das Leben und halte den Moment fest, ohne ihn einfrieren zu wollen, aber um ihn länger genießen zu können. Meine Kunst ist weder politisch, noch soll sie ermahnen. Ich habe Freude an der Kunst und das möchte ich anhand meiner Arbeiten vermitteln. Und entdeckt man im Malprozess das Besondere, dann dokumentiert man nicht nur die Zeit, man manifestiert auch ein Gefühl der Ästhetik. Dies kann eine gewisse Stimmung, ein ungewöhnlicher Blick, ein Detail der Oberflächenstruktur oder die Spiegelung der Umwelt in einem Punkt sein. Jedes Bild unterliegt somit anderen Fragestellungen. Als Künstler suche ich zweifelsfrei diese Herausforderungen, denn sie sind es, die mich persönlich reizen und woraus ich die notwendige Motivation ziehe.

Danke, dass Sie mich bei meiner künstlerischen Entwicklung begleiten. Bleiben Sie gespannt, ich habe noch einiges vor...

Daniel